Standort / Fakten
 

 
5054 Kirchleerau

ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im mittleren Suhrental.
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Geographie:

Das Dorf am östlichen Rand des Suhrentals besitzt kein eigentliches Zentrum, sondern ist eine Streusiedlung, deren einzelne Ortsteile locker miteinander verbunden sind. Die Siedlung liegt in einem Seitental und ist durch eine durchschnittliche 20 Meter hohe Seitenmoräne vom eigentlichen Suhrental getrennt. Die Moräne entstand während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers. Die Bebauung ist mit jener von Moosleerau zusammengewachsen.

Das knapp zwei Kilometer lange Seitental wird von steil aufragenden Hügeln begrenzt. dem Rossrücken (713 m ü. M.) im Süden, dem Nack (612 m ü. M.) im Norden und der Burg (649 m) im Nordosten. Dem Rossrücken vorgelagert ist der ellipsenförmige Ättebüel (601 m ü. M.). Entlang der östlichen Gemeindegrenze, am Übergang zum Ruedertal, erstreckt sich zwischen dem Rossrücken und der Burg die ausgedehnte Rötler-Hochebene.

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 436 Hektaren, davon sind 221 Hektaren bewaldet und 31 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 713 Metern auf dem Rossrücken, die tiefste Stelle liegt auf 483 Metern.

Nachbargemeinden sind Schlossrued im Norden, Schmiedrued im Osten, Moosleerau im Süden und Staffelbach im Westen.

 
Zahlen und Fakten
 
 
Geografische Lage Kanton Aargau (Schweiz)
Bezirk Zofingen

Kindergarten Kreissschule Leerau 7 Min. zu Fuss
Schule Kreisschule Leerau 7 Min. zu Fuss
Volg Moosleerau 10 Min. zu Fuss
Migros Schöftland 5 Min. mit Auto
Coop Schöftland 5 Min. mit Auto
Postauto 3 Min. zu Fuss
SBB Schöftland 5 Min. mit Auto oder 10 Min. mit dem Postauto
Postfiliale Kirchleerau-Mooslerau (Volg) 10 Min. zu Fuss
 
Koordinaten
 
47°16'26.59" N    8°04'00.13" E
Höhe
 
512 Meter über Meer
Fläche 436 Hektaren
Davon Wald
 
197 Hektaren
Einwohnerzahl per 01.01.2009 932
Davon Ausländer
 
142
Steuerfuss 2009 Gemeinde 115 %
Kanton 109 %
Ref. Kirchgemeinde 23 %
Röm. Kath. Kirchgemeinde 19 %
 
Härtegrad Wasser 23.1 ° fH (mittelhart)
   
Geschichte:
 
Funde von Ziegeln und Mauerresten weisen darauf hin, dass die Gegend bereits von den Römern bewohnt war. Lerowe wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt, die Bezeichnung Kilchlerowe erschien erstmals 1306. Während des Mittelalters lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, später der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Kirchleerau gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Seit dem 15. Jahrhundert war das Dorf Bestandteil der Herrschaft Rued, einem Gerichtsbezirk innerhalb des Amts Lenzburg. Die Besitzer der Herrschaft übten die niedere Gerichtsbarkeit aus und waren die wichtigsten Grundbesitzer. Nachdem verschiedene Adelsgeschlechter aus der näheren Umgebung im Besitz der Herrschaft gewesen waren, wurde sie 1520 von den aus Italien stammenden Edlen von May erworben. Ihre Residenz war das Schloss Rued in benachbarten Ruedertal. Die Reformation wurde 1528 eingeführt.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört Kirchleerau zum Kanton Aargau. Erst 1834 verkauften die von May ihre letzten übrig gebliebenen Rechte an den Kanton. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägte die Landwirtschaft das Leben der Gemeinde. Seit Beginn der 1960er ist die Bevölkerungszahl aufgrund einer verstärkten Bautätigkeit um fast die Hälfte angestiegen.
 
Sehenswürdigkeiten:
 
Die Kirche, auf die der Ortsname zurückzuführen ist, wurde erstmals im Jahr 1275 erwähnt. Etwa aus dieser Zeit stammt das Kirchenschiff im romanischen Stil. Der Chor und der Kirchturm, beide im gotischen Stil, wurden 1595 angefügt. Die Chorfenster werden von sieben Wappenscheiben der Lehnsherren geschmückt. Das älteste erhalten gebliebene Wohnhaus ist die 1663 in einem Übergangsstil zwischen Gotik und Barock erbaute Untervogtei.
 
Bildung:
 
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule kann in Moosleerau besucht werden, die Sekundarschule in Staffelbach, die Bezirksschule in Schöftland. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.
 
Verkehr:
 
Kirchleerau liegt an der Suhrental-Hauptstrasse zwischen Aarau und Sursee. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erfolgt durch die Postautolinie, die zwischen Schöftland und Sursee verkehrt.

 
Wirtschaft:
 
In Kirchleerau gibt es rund 320 Arbeitsplätze, davon 22 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 45 % im Dienstleistungsbereich.[6] Das grösste Unternehmen ist ein Metall verarbeitender Betrieb. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Schöftland oder in der Region Aarau.

 
Politik und Recht:
 
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Gemeindeammann der Amtsperiode 2006-2009 ist Walburga Müller.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Kirchleerau gehört zum Friedensrichterkreis Staffelbach.